*1983In den wiederkehrenden, nur leicht voneinander unterschiedenen Ansichten von spiegelnden Fassaden, Werbeplakaten, von wehenden Flaggen etc. geht es weniger um die Wiedergabe der Gegenstände und Architekturen selbst, als vielmehr um ein grundsätzlicheres formales Interesse und die Frage, wie die Objekte und Architekturen den öffentlichen Raum gestalten und prägen, beziehungsweise wie sich die Umgebung in ihnen und über sie abbilden lässt. In den rhythmischen Wiederholungen der Bilder spiegelt sich das (kritische) Nachdenken darüber, was öffentlicher Raum bedeutet und wie er besetzt wird durch Anliegen ganz unterschiedlicher Parteien. Eine Verbindung zwischen den Fotografien und Videos, die Eisenring in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Thomas Julier produziert hat, und den Computerzeichnungen, findet sich in den kleinen Silikonobjekten («Icons of Evolution»). Die amorphen Formen bilden eine logische Verknüpfung zwischen dem Rhythmischen und Analytischen der Fotos und Videos und der Formen- und Zeichensprache der Computerbilder, die einer Welt des Virtuellen, der Superhelden, des Utopischen, des ikonisch Überstrapazierten und visuell beliebig Veränderbaren angehören.
Reto Thüring, 2011